Quantitatives Tool: Wir haben gespart …

Wir haben ein quantitatives Tool entwickelt, um die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungsprozessen in der Textilindustrie zu messen. Es konzentriert sich auf Wasser, CO2, Energie und Düngemittel, die in unserer Produktionskette verwendet werden. Wir stützen uns hauptsächlich auf sekundäre wissenschaftliche Informationsquellen einschließlich einiger Annahmen, die nachstehend aufgeführt werden.

Das Kernziel dieses Tool ist der Vergleich und die Quantifizierung unserer Produktionsvorteile mit den Branchen-Benchmarks um Einblicke in unseren positiven Umwelteinfluss zu erhalten.

Bei der Berechnung berücksichtigt unser Tool sämtliche Schritte von der Herstellung der Rohstoffe bis zum Endprodukt, wobei der tatsächliche Verbrauch des Produkts aufgrund verschiedener nicht objektiv messbarer Faktoren (z. B. Waschtemperatur, die die Mikroplastik-Sezession beeinflussen usw.) nicht berechnet werden kann. Die Berechnung erfolgt durch Parallelisierung des von uns verwendeten Materials mit konventionellem Material: GOTS-zertifizierte 100% Bio-Baumwolle, konventionelle Baumwolle und recycelter Polyester, Virgin Polyester. Die im Laufe des Jahres erzielten Gesamtersparnisse werden auf der Website von Das Merch visualisiert.

Hauptannahmen. Dies sind die Hauptannahmen zur Vereinfachung der Berechnung aufgrund von Daten-Knappheit und -Komplexität:

  • Die Daten sind auf 1 kg Stoff normiert.
  • Herstellungsverfahren beschränken sich auf den Anbau und die Ernte von Bio-Baumwolle oder die Herstellung von Polyester, Einsparungen durch die Verwendung von Stoffresten und GOTS-zertifizierten Siebdrucktechniken, reduzierte Kunststoffverpackungen und reduzierte Transportkosten aufgrund der Produktion in Europa;
  • Stoffreste werden nicht recycelt;
  • Die Daten zu organischer und konventioneller Baumwolle basieren auf allgemeinen Berichten der Industrie und beide Stoffe haben das gleiche Gewicht und bei gleichem Flächengewicht.
  • Für die Ernte von Bio-Baumwolle sind keine Chemikalien gemäß GOTS-Zertifikat erforderlich.
  • Polyester wird nach dem Recyclingprozess nicht downgecycelt sondern für ähnliche Produkte wieder verwendet und erfordert einen weniger intensiven Färbeprozess als neues Polyester.

Hauptbeschränkungen:

  • Informationsknappheit. Die Informationsmenge ist für verschiedene Stoffe und Produktionsschritte unterschiedlich. Es gibt mehr öffentlich zugängliche Informationen aus einigen Baumwollanbaugebieten als aus anderen was zu Informationsunterschieden führt. Das Füllen der Lücken aus Quellen, die sich im Umfang unterscheiden, verringert die Glaubwürdigkeit der Daten.
  • Unterschiede in den Ergebnissen. Wissenschaftliche Studien unterscheiden sich in ihrem Umfang, den zugrunde liegenden Annahmen und der Methodik, weshalb es Unterschiede in den Ergebnissen gibt. Die Kombination solcher Ergebnisse und ihre Normalisierung zur Anpassung an eine bestimmte Agenda verringert die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse.
Bio-Baumwolle

Wir arbeiten nur mit GOTS-zertifizierten Lieferanten von Bio-Baumwolle zusammen. Die GOTS-Zertifizierung schreibt strenge Vorschriften für die Produktionspraktiken vor. Eine der Kernbeschränkungen besagt, dass für den Anbau keine künstlichen Dünge-Mittel erlaubt sind und keine Pestizide verwendet werden dürfen. Darüber hinaus sind gentechnisch veränderte Baumwollsamen in zertifizierter Produktion ebenfalls nicht erlaubt. Es wird geschätzt, dass konventionelle Baumwolle etwa 16% der weltweiten Insektizide und 7% der Pestizide benötigt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für den Anbau von 1 kg konventioneller Baumwolle ungefähr 0,457 kg Düngemittel und 16 g Pestizide verwendet werden.

Das benötigte Wasser für den Baumwollanbau ist ein anderes großes Thema. Der wichtigste Fakt ist, dass sowohl Bio- als auch konventionelle Baumwolle ähnliche Mengen an Wasser benötigen. Biobaumwolle erfordert jedoch 30% weniger künstliche Bewässerung aus dem Grundwasser, da größtenteils mit Regen gespeist wird. Es ist auf die natürlichen Eigenschaften von chemisch unbeschädigtem Boden zurückzuführen – dieser fängt und speichert mehr Wasser. Daraus ergibt sich eine große Einsparung an Wasser. Es wird geschätzt, dass ein herkömmliches Baumwoll-T-Shirt etwa 2700 l Wasser benötigt während der größte Teil dieser Menge für den Anbau der Baumwolle verwendet wird.

Berechnungen ergaben, dass durch die Zusammenarbeit mit nur GOTS-zertifizierten Baumwollmateriallieferanten bis zu 40% der Energie eingespart werden kann, die für den konventionellen Baumwollanbau benötigt wird. Darüber hinaus helfen weitere Schritte in unserer eigenen Produktion wie Energiesparlampen, optimierte Bestellmengen zur Reduzierung des Transports und der Wiederverwendung von Stoffresten, bis zu 12% der bisher verbrauchten Energie einzusparen. Da es keinen verallgemeinerten Bericht darüber gibt, wie viel Energie verschiedene Stoffe für Anbau-, Transport- und Herstellungsprozesse benötigen, erfolgt die Berechnung durch Kombination verschiedener Studien und Schätzungen.

Es wird geschätzt, dass der Anbau von Bio-Baumwolle den CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlicher Baumwolle um 42% senkt. Die CO2-Emissionen variieren je nach geografischer Lage des Betriebs. Da unsere Bio-Baumwolle aus Indien stammt, werden dort durchschnittlich 978 kg CO2 ausgestoßen, um 1 Tonne Bio-Baumwolle anzubauen.

 

Konventionelle  BaumwolleBio-BaumwolleImpact
Wasser26100 l / kg19270 l / kg6830 l / kg
CO24,64 kg CO2 / kg3,08 kg CO2 / kg1,56 kg CO2 / kg
Energie27,78 kWh / kg21,1 kWh / kg6,68 kWh / kg
Chemikalien0,473 kg0,473 kg
Recyceltes Polyester

Chemiefasern benötigen bei ihrer Herstellung weniger Wasser als die Naturfasern. Die Menge an Süßwasser ist jedoch immer noch enorm. Durch die Wahl der recycelten Fasern entfällt die anfänglich erforderliche Rohstoffgewinnung und die chemischen Prozesse zur Umwandlung von Rohöl in Polyester, die die größten Wasser-verbrauchenden Prozesse darstellen. Daher wird geschätzt, dass das Recyceln von PET zu Polyester 90% weniger Wasser erfordert als die Herstellung von neuem PET.

Künstliche Stoffe benötigen mehr Energie um für den endgültigen Gebrauch vorbereitet zu werden. Es liegt an den chemischen Prozessen, die für die Herstellung verwendet werden. Verschiedene Studien berichten, dass die Herstellung von recyceltem Polyester im Vergleich zur Herstellung von neuem Polyester bis zu 53% weniger Energie erfordert. Gemeinsamer Branchenkonsens besagt, dass die Untergrenze bei 34% liegt. Unser Tool berücksichtigt 46% in der Berechnung um mögliche Disparitäten in wissenschaftlichen Studien zu bewerten.

Natives Polyester wird aus Rohöl hergestellt, weshalb während des gesamten Prozesses erhebliche Mengen an CO2 freigesetzt werden. Beim Recycling von Polyester fällt jedoch kein Rohöl mehr an, so dass der CO2-Ausstoß deutlich sinkt. Durch die Kombination von Schätzungen aus verschiedenen Quellen konnten wir die CO2-Emissionen im Vergleich zur Herstellung von neuem Polyester (auch Virgin Polyester genannt) um 53% senken.

Virgin PolyesterRecyceltes PolyesterImpact
Wasser1308 l / kg131 l / kg1177 l / kg
CO23,8 kg CO2 / kg1,77 kg CO2 / kg2,03 kg CO2 / kg
Energie36,1 kWh / kg19,5 kWh / kg16,6 kWh / kg
Öl & Gas1,5 kg1,5 kg